Philosophie

 

Ich habe schon immer gern gemalt und gezeichnet, und Kunst war natürlich mein Lieblingsfach.

(Gähn, ein typischer Standardsatz, aber ´s stimmt halt, was soll man machen)

Aber vermutlich unterscheidet mich das nicht wesentlich von den meisten anderen Künstlern. Auch dass ich nach der für mich perfekten Umsetzung meiner Visionen strebe, ist an sich nichts Ungewöhnliches für die, welche ihrem schöpferischen Drang nachgeben und die ganze Welt, ob sie es nun will oder nicht, daran teilhaben lassen möchten. Vielleicht liegt ja das Besondere meines Schaffens in der Tatsache, dass in meinen Bildern meine angeborene ausgeprägte Entscheidungsunfreudigkeit besonders gut zur Geltung kommt.

Es gibt ja so viele Facetten der Darstellung ein und desselben Themas! Die Beschränkung auf einen einzigen Stil käme mir so einseitig vor. Man kann einfach auf diese Weise keinen so umfassenden Eindruck von einem bestimmten Thema oder Motiv erhalten, als wenn man mehrere verschiedene Aspekte als gleichberechtigt betrachtet.

Andere Künstler mögen Befriedigung im Spezialisieren auf einen Stil finden, weil es ihnen am meisten einbringt oder sehr gefragt ist, weil ihnen gerade dieser Stil liegt oder sie Angst haben in anderen Techniken zu versagen, oder weil genau das ihnen einfach mäch-tig-viel-Spaß-macht!

Bitteschön. Aber sollte man jemals von mir behaupten, ich hätte „meinen Stil gefunden“, müsste man schon mit einer recht verschnupften Reaktion von meiner Seite rechnen, da dies in meinen Augen bedeuten würde, es sich bequem zu machen im Erreichten, Angst vor neuen Wegen zu haben, routiniertes, oder schlimmer, automatisiertes Arbeiten.

Momentan beschäftigen mich hauptsächlich drei Stilrichtungen, die Fantasy, was sich in Porträts von Bekannten und Freunden im Fantasy-Stil niederschlägt, der Surrealismus sowie dreidimensionale abstrakte Malerei. In nächster Zukunft hoffe ich mich vor allen Dingen erst einmal in diese Richtung zu entwickeln. Was mich außerdem enorm fasziniert, ist die fotorealistische Darstellung, und so versuche ich dieses Element gelegentlich unterzubringen.

Nun ist das alles nichts wirklich Neues, nichts „Eigenes“, wie man so schön sagt. Doch es geht mir absolut nicht darum, auf Teufel komm raus eine neue Form zu entwickeln, denn ich bin überzeugt, die stellt sich im Laufe eines Künstlerlebens von selber ein. Es gibt ja Kunstschaffende (ich rede jetzt hier von den extremen Fällen!), die wollen unter allen Umständen ganz anders sein als der gemeine Künstler-Plebs wie du und ich, und vor allen Dingen total originär, und versuchen darum Formen der Darstellung zu finden, die jeden überraschen und / oder schockieren und auf jeden Fall die strahlende Glorie des Genius´ durchschimmern lassen sollen.

Die Konsequenz: jedes Werk muss etwas völlig Neues, Einzigartiges, nie Dagewesenes sein, das sich vom vorigen grundlegend unterscheidet. Wie lange kann man so was denn machen?

Meine Güte.

Ich fände das ehrlich gesagt zu anstrengend, denn dieser Weg ist für meine Intention, meine Gedanken / Vorstellungen / Emotionen / Eindrücke sichtbar und hoffentlich auch nachvollziehbar zu machen, einfach nicht geeignet. Ich benutze lieber die hinlänglich bekannten Stilrichtungen als Vehikel der Ausdrucksmöglichkeit, so dass ich mich ausschließlich auf den Inhalt, statt auf die Form, konzentrieren kann.

Von Kunst allein zu leben ist heutzutage immerhin schon schwierig genug, da sollte man doch wenigstens beim Malen mit Spaß bei der Sache sein.

In diesem Sinne – viel Spaß beim Anschauen!